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Czesienski Hartmann

MÄNNER FRAUEN ARBEIT

von Oliver Kluck

Schon Homer hat in der Ilias den Krieg um Troja als Rückeroberung einer Frau beschrieben – nicht als Kampf um die Kontrolle der Dardanellen-Durchfahrt, um die es den Griechen eigentlich ging. Es gibt dergleichen mehr interessante Verbindungen zwischen Liebes- und Staatsdienst. Oliver Kluck widmet sich ihnen: Krisen entstehen bei überhöhten Forderungen nach Loyalität und Opferbereitschaft. Verbindlichkeiten sind hier wie da u. U. nur Gewohnheit. Warum will keiner investieren? In „Männer Frauen Arbeit“ ist gleich als erstes von Krise die Rede und dass der Gürtel enger zu schnallen sei, und folgerichtig werden danach sowohl Beziehungen eingeschläfert als auch die Führungskraft im Staatswesen zu Grabe getragen. Zugleich wirbt einerseits der Staat immer noch für sein Wachstum und bringt sich in Erinnerung zurück, andererseits vergeht nie die Lust am Mann, am Weib. Aber beides reicht nur bis zur neuen Staatsfassade, bis zur nächsten Frau. Wozu machen wir uns also die Hände schmutzig, wozu Revolution? Wer macht sie eigentlich? Krankenschwestern, die den Patienten pflegen? Rebellen, wenn sie mit dem Patienten ins Gericht gehen? Wer genau spielt dabei welche Rolle? Klucks Figuren sprechen selten bloß für sich. Sie stehen oft wie ein Sinnbild, stellvertretend für andere. So wie die Ilias nicht einen Krieg beschreibt, sondern ein Panorama aus den verschiedensten Kriegen der Zeit, so spiegelt „Männer Frauen Arbeit“ auch die Szenerien verschiedener Staatsbankrotterklärungen und Übernahmen. Der Stoff der jüngsten deutschen Geschichte in seinen Reden und Widerreden verwebt sich mit dem Antiken. Gleicht die Verlockung, ein Weib zu erobern, um sich wieder nur satt zu sehen dem Übermut, mit dem man einen neuen Staat erobert und irgendwann trotzdem abschreibt?

Mit: Brit Claudia Dehler, Lucie Teisingerova, Jochen Fahr, Christoph Götz, Amadeus Köhli, Sebastian Reusse

Inszenierung, Bühne und Kostüme: David Czesienski & Robert Hartmann
Dramaturgie: Franziska Oehme

Premiere am 18. Oktober 2013, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin

  •  Männer Frauen Arbeit | © Foto: Silke Winkler

    Männer Frauen Arbeit | © Foto: Silke Winkler