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»Darf ich noch einen persönlichen Satz sagen: Wenn in der nächsten Woche die Regierung zurücktreten sollte, darf auf Demonstrationen getanzt werden.«

So paraphrasierte Heiner Müller am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz die amerikanische Friedensaktivistin Emma Goldman und verwies damit mehrdeutig auf ein besonderes Paar: Revolution und Musik. Ob „Bella Ciao“, die „Internationale“ oder „Die Gedanken sind frei“ – in jeder Bewegung, ob im Sinne Emma Goldmans oder nicht, waren Lieder essentielle Übermittler des gemeinsamen Träumens. Sie vereinten Unterdrückte im kollektiven Freiheitsdrang, veränderten unsere Welt und versteckten blutige Realitäten hinter blumigen Strophen. Dieser Liederabend wirft einen Blick auf die musikalische Dimension vergangener Revolten; fragt sich, ob Reinald Graebe mit „Die 68er sind an allem schuld!“ Recht behält; und versucht zwischen Romantik und Propaganda herauszufinden, wie tanzbar die Revolutionen des 21. Jahrhunderts wohl sein werden.

Team

Es spielen und singen
Susan Ihlenfeld und Josefin Ristau

Inszenierung Tim Tonndorf
Bühne + Kostüm Sara Wendt
Regieassistenz Sophia Ebel

Premiere am 27. September 2025, Schauspielhaus Neubrandenburg